Operation

Die zuverlässigste Methode, die Erkrankung zu diagnostizieren, ist die Laparoskopie. Sie findet in Vollnarkose statt. Je nach Ausmaß der Operation ist ein Aufenthalt von ein paar Tagen bis zu zwei Wochen nötig. Da bei der OP CO2-Gas in den Bauch gepumpt wird (die Bauchhöhle wird dadurch besser sichtbar und erreichbar), kann dieses Gas zu Unwohlsein führen (Kribbeln im Bauch, Gefühl der Enge im Brustkorb), bis es der Körper abgebaut hat.

Bei der Laparoskopie wird ein Instrument mit Videoeinrichtung (das Laparoskop) durch einen kleinen Schnitt im Bereich des Nabels in die Bauchhöhle eingeführt, um die Bauch- und Beckenorgane sowie die eventuell nachweisbaren Endometrioseherde ansehen und beurteilen zu können.

Laparoskopischer Eingriff

Laparoskopischer Eingriff

Von verdächtigen Stellen werden Biopsien entnommen und mikroskopisch untersucht, um die Verdachtsdiagnose zu bestätigen.

Endometrioseherde sehen je nach Alter und Ort sehr unterschiedlich aus: rötlich-bräunlich, punktförmig oder zystenartig, aber auch weißliche Auflagerungen oder Verwachsungen, bei denen es sich um vorwiegend narbiges Gewebe handelt.

Dieses bildet der Körper als Reaktion auf die chronischen, entzündlichen Vorgänge, die durch die an falscher Stelle vorhandene Schleimhaut verursacht werden.

Wenn feststeht, dass es sich um einen Endometrioseherd handelt, kann dieser gleich innerhalb derselben oder später bei einer weiteren Laparoskopie entfernt werden.

Die Herde werden entweder mit einer kleinen Schere herausgeschnitten (Exzision), durch Hitze verödet (Koagulation) oder mit einem Laser abgetragen.

 

Bei der Entfernung der Herde muss man unterscheiden, ob die starken Schmerzen, der unerfüllte Kinderwunsch oder die Kombination aus beidem im Vordergrund stehen, um so die Behandlung an die individuellen Bedürfnisse jeder Frau anzupassen.

 

Zwar ist die Laparoskopie heute die Methode der Wahl, je nach Erfahrung der Ärztin/des Arztes und Ausmaßes der Endometriose bzw. dem Ort ihrer Ansiedlung kann es aber nötig sein, einen Bauchschnitt zu machen.

Bei einem sachgerecht durchgeführten Bauchschnitt kann die bessere Entfernung der Herde schlussendlich mehr Gewinn an Lebensqualität erzielen als die Bauchspiegelung, bei der eventuell nicht gut sichtbare Herde zurückbleiben. Je mehr Erfahrung eine Ärztin/ein Arzt hat, desto eher ist es möglich, auch schwer erreichbare Herde minimal-invasiv per Laparoskopie zu entfernen.

Die Entfernung von Endometrioseherden ist eine sehr wirksame Methode. Nach einer sachgerecht durchgeführten Operation verschwinden die Symptome oft vollständig. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, dass die Herde nachwachsen und irgendwann wieder eine Operation nötig ist.

Für die verbesserte Wundheilung und die Vermeidung von Verwachsungen empfiehlt es sich, unbedingt ÄrztInnen aufzusuchen, die ausreichende Erfahrung in der laparoskopischen Chirurgie der komplexen Endometriose haben.

(Informationen zur Verfügung gestellt von Univ. Prof. Dr. med. René Wenzl – Herzlichen Dank!)

Organentfernungen?

Immer wieder kursiert leider die falsche Information, dass die Entfernung der Gebärmutter Endometriose heilt.

Da bei einer Endometriose-OP vor allem die Herde selbst entfernt werden müssen, damit sich der Zustand der Frau bessert, ist es nicht sinnvoll, die Gebärmutter zu entfernen, wenn man trotzdem weitere Herde (etwa im Darm oder am Bauchfell) zurücklässt. Diese können nämlich weiterhin Beschwerden verursachen. Spezialisierte ÄrztInnen können sehr oft die Herde radikal beseitigen, ohne dass die Sexualorgane großen Schaden nehmen oder entfernt werden müssen.

Generell sind die weiblichen Geschlechtsorgane nicht nur zur Fortpflanzung da. Die Hormonaktivität der Eierstöcke, die auch nach dem natürlichen Wechsel in geringem Maß erhalten bleibt, dient auch der Gesundheit der Frau und spielt ebenso wie die Funktionen der Gebärmutter eine Rolle beim Erleben der Sexualität. Das organerhaltende Operieren sollte darum absoluten Vorrang haben.

Frau ist gut beraten, sich im Vorfeld mit ihrer Ärztin/ihrem Arzt darüber auszutauschen, denn sie trifft die Entscheidung, was bei der OP getan werden darf. Einem Verbot, ein Organ zu entfernen, darf eine Ärztin/ein Arzt außer in einer lebensbedrohlichen Situation nicht entgegenhandeln! Die Entscheidung, aufgrund des Leidensdrucks oder der bereits abgeschlossenen Familienplanung zum Beispiel die Gebärmutter entfernen zu lassen, muss nach umfassender Aufklärung von der Frau getroffen werden und will gut überlegt sein!