Beschwerden

Die häufigste Problematik bei Endometriose ist der Schmerz.

Einerseits können die Herde Entzündungsprozesse verursachen, woraufhin die körpereigene Produktion von Prostaglandinen den Schmerz verstärkt. Andererseits verursachen auch die mechanischen Einschränkungen der Organe (wenn zum Beispiel der Darm durch die Endometriose an der Gebärmutter aufgrund von Entzündungen „festklebt“) Schmerzen. Auch in den Herden neu wachsende Nervenfasern können für Schmerz verantwortlich sein.

Je nachdem wo die Endometrioseherde liegen, treten die Schmerzen an verschiedenen Orten im Körper auf.

Über 90% der Patientinnen berichten von extrem starken Regelschmerzen, 80% von Unterbauchschmerzen, Übelkeit und Darmsymptomen. Noch 60% erleben Blutungsstörungen in Form einer sehr langen oder sehr starken Periode. Etwa 50% leiden unter Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Immerhin noch 40% leiden generell unter Infektanfälligkeit und allgemeinem Unwohlsein, weil durch die andauernden Entzündungen das Immunsystem geschwächt wird. Und 20% der betroffenen Frauen haben Beschwerden beim Harnlassen oder beim Stuhlgang.

Auch unspezifische Probleme wie Antriebslosigkeit, leichtes Fieber oder Rückenschmerzen werden oft genannt. Diese für eine gynäkologische Krankheit eher untypischen Probleme sind mitverantwortlich dafür, dass die Diagnose der Krankheit schwierig ist und oft lange nicht gestellt wird.

Diese Beschwerden sind, mit der Ausnahme von Schmerzen beim Sex, bei den meisten Betroffenen an den Zyklus gebunden.

Wichtig ist, dass bei Endometriose das Ausmaß der Krankheit und das Schmerzbild nicht direkt zusammenhängen müssen. So erklärt sich, dass manchmal eine Frau mit einem massiven Endometriosebefall kaum Beschwerden spürt, während eine andere, die nur kleine Herde hat, jeden Monat furchtbar leidet.

Eine Folge der unbehandelten Endometriose können Organschäden sein, weil die Herde in das sie umgebende Gewebe einwachsen.

Wenn Endometriose zum Beispiel die Harnleiter ummantelt und über längere Zeit einengt, kann eine Niere Schaden nehmen. Im SELTENEN Extremfall kann sie so sogar ihre Funktion verlieren. Einige Frauen haben auch schmerzhafte Herde im Dickdarm, die oft operativ entfernt werden müssen.

Bei Darmendometriose kann es zyklisch zu Darmblutungen kommen, bei Blasenendometriose zu blutigem Harn. Aber auch ohne eine solche Blutung kann bei entsprechendem Beschwerdebild ein Herd vorliegen.
 
 
 
Auf rund 40% der Patientinnen trifft das zweite große Beschwerdebild zu: unerfüllter Kinderwunsch.

Die genauen Gründe, wieso dies auf manche Frauen zutrifft, sind nicht geklärt. Es gibt Hinweise, dass bei von Endometriose betroffenen Frauen die Gebärmuttermuskulatur nicht durch die richtigen rhythmischen Bewegungen auf die Samenzellen reagiert, diese werden nicht aktiv genug durch die Eileiter zum Ei bewegt. Entzündliche Prozesse verhindern außerdem die Befruchtung oder Einnistung des Eis. Auch mechanisch kann Endometriose die Fruchtbarkeit stören, indem sie zum Beispiel Eileiter vernarbt, sodass das Ei nicht mehr passieren kann.

Wenn eine Befruchtung auf natürlichem Weg nicht mehr möglich sein sollte, wird Unterstützung durch die Reproduktionsmedizin nötig. Näheres dazu unter Kinderwunsch.