Studien

Teilnahme an Studien

Hier werden Informationen über laufende medizinische Studien, die mit Endometriose zu tun haben, gesammelt. Durch die Teilnahme an Studien kannst du nicht nur die Forschung dabei unterstützen, Antworten auf die vielen offenen Fragen zu Endometriose zu finden, manche Studienteilnehmerinnen erfahren oft äußerst hilfreiche neue Therapieansätze. EVA bemüht sich, nur seriöse Studienaufrufe zu veröffentlichen.

Falls du Fragen zu den klinischen Studien hast, kannst du uns jederzeit unter office@eva-info.at kontaktieren.

 

Studie: Endometriose und Osteopathie
Die Physiotherapeutinnen und Osteopathinnen Sandra Quast und Ingeborg Kremen-Pilz führen in Zusammenarbeit mit dem Linzer Med. Campus IV unter der Leitung von Prof. Peter Oppelt, dem Leiter des Endometriosezentrums am Kepler Universitätsklinikum Linz, eine Studie durch, bei der die Wirkungsweise von Entspannung und Osteopathie auf das Hauptleitsymptom Schmerz und auf die Lebensqualität an Endometriose erkrankter Frauen überprüft werden soll.

Nähere Informationen zur Studie findet ihr hier zum Anschauen. Wer Interesse hat, an der Studie teilzunehmen, meldet sich bitte direkt bei der Endometriose-Ambulanz am Campus IV (Do. von 08.00 bis 14.00 Uhr, T +43 (0)5 7680 84 – 23730).


Studie zur Behandlung von Endometriose-bedingten Beckenschmerzen

In Österreich startete vor kurzem eine internationale klinische Studie in der Indikation Endometriose an sechs heimischen Zentren. Einen Flyer mit allen Informationen und Kontaktdaten gibt es hier zum Downloaden! Wer Interesse hat, an der Studie teilzunehmen, meldet sich bitte direkt bei einem der Ansprechpartner. Man kann damit die Forschung zur Endometriose unterstützen.


“An End To Endo”?

Die US-Genetik Firma Juneau Biosciences, die auf Frauengesundheit spezialisiert ist, betreibt gemeinsam mit der Endometriosis Association eine große internationale Studie. Durch die Auswertung möglichst vieler genetischer „Codes“ von Patientinnen sollen grundlegende Fragen über die noch so unbekannte Endometriose beantwortbar werden. Fernes Ziel: ein Heilmittel zu finden.

Auf  www.endtoendo.com/Endometriosis_Research_Study_End_to_Endometriosis.html kann man sich über die Teilnahmebedingungen und den Ablauf (Anmeldung, Fragebogen, Genprobe durch Spucke einreichen…) informieren. Es wird noch viel Spucke benötigt!

 

Studienergebnisse

Das Selbstwertgefühl bei Frauen mit diagnostizierter Endometriose.
Die Ergebnisse der Forschung zur Masterarbeit von Elke Saiger an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt liegen jetzt vor. In der Gruppenanalyse gaben 90% der befragten Patientinnen an, dass ihre Lebensqualität unter der Diagnose leide. Die Arbeit kommt zum Ergebnis, dass Endometriose sich in Bereichen wie Partnerschaft, Sexualität oder Fruchtbarkeit direkt negativ auf das subjektive Selbstwertgefühl der Betroffenen auswirkt. Für die Diplomarbeit wurden insgesamt 146 Frauen befragt, 65 davon haben über EVA teilgenommen. Danke für eure Unterstützung!


Studie zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
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Eine Studie an acht zertifizierten österreichischen und deutschen Endometriose-Zentren untersuchte, wie häufig Endometriosepatientinnen Probleme beim Geschlechtsverkehr haben und welche Auswirkungen auf das Gefühl der Weiblichkeit dies haben kann.

Bei 78% der heterosexuellen Frauen wurde ein sexueller Distress gefunden, bei 78% eine Störung der sexuellen Funktion. Zusammenhänge fanden sich hier vor allem zu: auftretenden Schmerzen während/nach dem GV, sexuellem Missbrauch in der Vergangenheit, Schuldgefühlen gegenüber dem Partner, dem Gefühl nicht weiblich zu sein, der Motivation für den Sex, schwanger zu werden bzw. den Partner glücklich zu machen. 11% der Befragten müssen den Geschlechtsverkehr immer und 30% sehr häufig aufgrund des Schmerzes abbrechen. Nicht verwunderlich, dass der Großteil (68%) Angst vor den Schmerzen hat, 32% von ihnen eine psychische und 41% eine körperliche Anspannung verspüren (Mehrfachantworten möglich).

Für 30% der Frauen ist die primäre Motivation für den Sex, schwanger zu werden, und für nahezu der Hälfte (46%) der Befragten, um den Partner glücklich zu machen bzw. einen Konflikt zu vermeiden.

Die Studie zeigt, dass die bei Endometriose möglichen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr zu deutlichen Störungen im Sexualleben und im Körpergefühl der Patientinnen führen können. Hier wurden klare Nachteile auf die Lebensqualität der Endometriosepatientinnen aufgezeigt.

Die Studienleiter MMag. Nadja Fritzer & Univ.-Doz. Dr. Gernot Hudelist möchten sich recht herzlich bei allen Studienteilnehmerinnen für ihre Unterstützung bedanken!


Studie: Diagnoseverzögerung in Österreich und Deutschland
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Für die 2011 von Univ.-Doz. Dr. Gernot Hudelist und MMag.a Nadja Fritzer von der Endoskopie- und Endometrioseambulanz am Wilhelminenspital Wien (in Kooperation mit österreichischen und deutschen Kliniken sowie mit EVA) durchgeführte Studie zur Dauer bis zur korrekten Diagnose liegen die – nachdenklich stimmenden – Ergebnisse vor.

Beim erstmaligen Auftreten der Endometriose-bedingten Symptome waren die Studienteilnehmerinnen im Durchschnitt 21 Jahre alt. 65% der Teilnehmerinnen interpretierten ihre Schmerzen erst als nicht bedenklich. Dies führte dazu, dass Betroffene ihre Beschwerden signifikant später dem Gynäkologen mitteilten – durchschnittlich 2,34 Jahre nach dem Auftreten. Des Weiteren fühlten sie sich von ihrem Gynäkologen hinsichtlich ihrer Symptome und deren Intensität nur mittelmäßig ernst genommen.
Die erste Menstruation wurde auf einer Skala (von 1=sehr schön bis 10=furchtbar) mit 6,57 Punkten bewertet – demnach ist eine negative Tendenz zu verzeichnen. Der familiäre Umgang mit der Menstruation in der Kindheit/Jugend war u.a.: In 44% der Familien wurde nicht darüber gesprochen, in 20% war es ein Tabuthema (Mehrfachnennungen möglich).
Der Zeitraum von den ersten Symptomen bis zur diagnostischen OP belief sich im Schnitt auf 10,42 Jahre! Durchschnittlich 3,4 Gynäkologen wurden bis dahin konsultiert, 74% aller Teilnehmerinnen erhielten eine oder mehrere Fehldiagnosen.

Dr. Hudelist und Mag. Fritzer möchten sich nochmals bei allen Studienteilnehmerinnen für ihre Unterstützung bedanken! Und auch wir von EVA danken denen, die mitgemacht haben. Die Ergebnisse beweisen, wie viel Arbeit zur Bewusstseinsschaffung noch vor uns liegt!


Die ökonomische Bedeutung der Endometriose – Krankheitskostenanalyse für Österreich.
2011 hat Mag. Johanna Prast im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der FH Krems erhoben, welche finanzielle Belastung mit der Krankheit Endometriose verbunden ist. Mitglieder von EVA haben sie dabei erheblich unterstützt – vielen Dank dafür! Sie konnte schlussendlich 73 Fragebögen auswerten.

Die Ergebnisse der Untersuchung sind bedenklich. Die Gesamtbelastung (indirekte und direkte Kosten berechnet für das Jahr 2009) der Krankheit für das österreichische Gesundheitssystem liegt bei jährlich rund 328 Millionen Euro. Die einzelne Patientin „kostet“ über 7.100 Euro im Jahr.
Mehr als zwei Drittel dieser Kosten fallen für das öffentliche Gesundheitssystem an, etwa ein Drittel setzt sich aus privaten Leistungen der Betroffenen zusammen. Beinah die Hälfte der Gesamtkosten resultiert aus stationären Krankenhausaufenthalten. Der zum Teil dauerhafte Produktivitätsverlust wurde als zweiter Kostentreiber identifiziert.
Die Schlussfolgerungen dieser ersten Erhebung: Um einen effizienten Ressourceneinsatz zu gewährleisten, werden unter anderem eine integrierte und zentralisierte Versorgung und die Möglichkeit einer Rehabilitation empfohlen.